Hannover I Gruppentreffen mit Dr. Dr. Müller

slide_2Bevor Herr Dr. Dr. Müller zu unserem Gruppentreffen eintraf, konnten wir auch dieses Mal wieder neue Patienten und Angehörige begrüßen, welche sich nach einer persönlichen Vorstellung und einem regen Austausch zum Therapieablauf des Myeloms gut informiert fühlten.
In der zweiten Hälfte unseres Beisammenseins freuten wir uns darüber, dass Herr Dr. Dr. Müller unserer Einladung gefolgt ist, um u.a. einen Vortrag über die „Wirkungsweise von ausgewählten Medikamenten beim Multiplen Myelom“ zu halten. Herr Dr. Dr. Martin Müller ist Chefarzt der Hämatologie und Onkologie im Klinikum Region Hannover Siloah und hat viele Jahre beruflicher Erfahrung im Bereich der klinischen Forschung in den Bereichen Maligne Lymphome sowie solide Tumore in Boston, Houston, New York City und dem Universitätsklinikum Tübingen praktiziert.
In seinem Vortrag ging Herr Dr. Dr. Müller auf die aktuellen Medikamentengruppen ein, welche in der Standardtherapie des Multiplen Myeloms und in Studien zur Anwendung kommen. Neue Teilnehmer/innen bekamen u.a. Antworten auf ihre Fragen zu charakteristischen Eigenschaften einzelner Zellarten im Blut sowie dem Immunsystem.
Die vielen verschiedenen Ausrichtungen des Multiplen Myeloms führen auch dazu, dass wir in der Gruppe feststellen, dass Patienten, die zum gleichen Zeitpunkt behandelt werden, jedoch unterschiedliche Therapien erfahren.
Hierzu gibt es ein Beispiel mit folgender Aussage:

  • Der Proteasome-Inhibitor Kyprolis (Carfilzomib) kann z.B. nur in Kombination mit anderen Medikamenten verabreicht werden, und dass auch nur bei Myelom-Patienten, welche bereits eine Therapie erhalten haben. Die Indikation des zugelassenen Medikamentes erlaubt es zurzeit nicht, dass Carfilzomib als Monotherapie (Einzelgabe) bei einer Erstdiagnose gegeben wird. Diese Einschränkung der Gabe, also die genaue Definition der Medikamenten-Indikation, basiert auf Grundlagen von klinischen Studien, die gezeigt haben, dass für eine festgelegte Gruppe von Patienten (hier: Patienten in Zweit-Linien Therapie) das Medikament die beste Wirkung in Kombination mit anderen Stoffen erzielt. Eine Indikation kann auch vorgeben, dass das Medikament nur an Patienten mit einem bestimmten genetischen Merkmal verabreicht werden kann. Daraus folgt, dass es viele Myelom-Medikamente gibt, die aber niemals alle Myelom-Patienten gleichzeitig erhalten werden, da alle verschiedene Voraussetzungen haben.

Viele Fragen aus der Gruppe betrafen Mechanismen der einzelnen Medikamente, welche Dr. Dr. Müller anhand eingängiger Beispiele ausführlich und gut verständlich beantwortete. Der rege Austausch mit Dr. Dr. Müller und den Teilnehmer/innen untereinander während des Vortrages sowie eine interessierte Stimmung führten im Ergebnis mit weiteren positiven Aussichten zu der wachsenden Vielzahl von Therapieoptionen zu einem gelungenen Gruppenabend mit viel Optimismus für die weitere Zukunft.
Wir danken Herrn Dr. Dr. Müller vielmals dafür, dass er sich Zeit genommen hat, an dem Abend den Vortrag zu halten.