Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG)

Die Blutsenkung oder Messung der BSG gibt an, wie schnell die roten Blutkörperchen in einem senkrecht stehenden Röhrchen auf den Boden absinken. Nach einer Stunde und nach zwei Stunden wird abgelesen, um wie viele Millimeter sich die Blutzellen abgesetzt haben. Sinken die Blutkörperchen schnell ab, spricht man von einer beschleunigten Blutsenkung, was auf eine Entzündung oder auf Tumoren hinweist. Dieses Ergebnis sagt jedoch noch nichts über die Ursachen und den Ort der Entzündung aus. Um dies zu ermitteln, sind weitere Untersuchungen notwendig. Eine normale BSG schließt nicht-entzündliche Organerkrankungen nicht aus. Eine erhöhte BSG kann nur ein Hinweis auf eine vorhandene Erkrankung sein. Sie ist nie allein beweisend. Die BSG-Ergebnisse werden maßgeblich durch die Menge und die Zusammensetzung der Blutkörperchen und den Eiweißgehalt im Blut beeinflusst. Für Frauen und Männer gelten unterschiedliche Werte, da Frauen 17 weniger Blutzellen im Verhältnis zur Gesamtblutmenge besitzen. Ab dem 60. Lebensjahr können erhöhte Werte – bis zu 30 mm pro Stunde – vorkommen, ohne dass eine Erkrankung vorliegt.

Ursachen für eine Beschleunigung der BSG:
1. Akute und chronische Entzündung, vor allem durch Bakterien
2. Rheumatische Erkrankungen
3. Leukämie
4. Blutarmut (Anämie)
5. Tumoren (z.B. Multiples Myelom)
6. Chronische Leber- und Nierenerkrankungen
7. Chronische Darmerkrankungen

Ursachen für eine Erniedrigung der BSG:
1. Vermehrung der roten Blutkörperchen (Polyglobulie)
2. Allergische Erkrankungen
3. Herzschwäche
4. Medikamente, z.B. Aspirin®, Kortison, Antirheumatika

Referenzbereich:
Frauen unter 50 Jahren: nach 1 Stunde: < 20 mm
Frauen über 50 Jahren: nach 1 Stunde: < 30 mm
Männer unter 50 Jahren: nach 1 Stunde: < 15 mm
Männer über 50 Jahren: nach 1 Stunde: < 20 mm